Tierschutz in der EU: Dänemark bekommt Tierschutzministerium
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Dänemarks neue Ministerpräsidentin Mette Frederiksen versprach zu ihrer aktuell neu beginnenden Amtszeit, ihre Regierung werde Maßnahmen ergreifen, um das Alltagsleben der Bewohner des Landes zu verbessern. Dabei stellte sie heraus, dass ihr Politikprogramm nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere sei. Die neue dänische Regierung strebt nämlich existenzielle Reformen der landwirtschaftlichen Industrie Dänemarks an. Die Wahl im März 2026 ging als sogenannte "Schweinewahl" in die Geschichte Dänemarks ein. Von einem Tierschutzbündnis bestehend aus Tierschutz Dänemark (Dyrenes Beskyttelse), der dänischen Naturschutzgesellschaft (Danmarks Naturfredningsforening), Greenpeace Dänemark und dem Nationalen Verband gegen Schweinefabriken wurde die Schweinezucht drei Wochen vor der Wahl zu einem wichtigen politischen Thema gemacht. Gemeinsam mit vier linksgerichteten Parteien gründeten sie die "Allianz für eine Schweinewahl" („Alliancen for et Svinevalg“) mit dem Ziel, die Industrie, die enorme Auswirkungen auf Klima, Natur, Umwelt, sozialen Zusammenhalt und Tierwohl hat, in die Knie zu zwingen. Die Zustimmung dafür schlug sich in der „Schweinewahl“ deutlich nieder: Dänemark beherbergt bislang eine der intensivsten Schweineproduktionen Europas und ist der sechstgrößte Schweinefleischexporteur der Welt. Menschen, die in der Nähe von Schweinefarmen leben, beklagen sich seit langem über die extremen Immissionen aus den Schweinefarmen. Sie können ihre Fenster nicht öffnen, keine Wäsche trocknen und ebenso nicht ihre Gärten genießen, zudem haben die Immissionen und die Gülle giftige Wirkung auf lokale Teiche und Flüsse. Vielen Menschen ist es unmöglich, ihre Immobilien zu verkaufen. All diese Probleme haben sich schon lange aufgebaut. Die Tierschützer sind genau auf diese Menschen zugegangen und haben die genannten Probleme mit den Tierschutzproblemen vereint und damit Wahlkampf betrieben. Frederiksens von den Sozialdemokraten geführte Koalition umfasst zwei Parteien der Schweinewahlallianz – die Grüne Linke und die Sozialliberalen –, während die übrigen beiden, die Rot-Grüne Allianz und die kleinere Alternative Partei, die besonders im Schweinewahlkampf einflussreich war, die für eine Mehrheit notwendige parlamentarische Unterstützung liefern können. Frederiksen kündigte nun an, das routinemäßige Schwanzkupieren und die extreme Zucht von Schweinen zu beenden sowie Sauen und Ferkeln mehr Bewegungsfreiheit zu gewähren. Im Hinblick auf systemische Veränderungen wird eine Sonderkommission mit der umfassenden Umstrukturierung des gesamten Sektors beauftragt. Gemeinden sollen die Befugnis erhalten, neue Massentierfarmen und die Erweiterung bestehender Farmen zu verhindern, und die Nitratgrenze im Trinkwasser soll radikal von 50 mg pro Liter auf 6 mg gesenkt werden. Und: Zum ersten Mal seit 130 Jahren wird Dänemark keinen Landwirtschaftsminister mehr haben. An seine Stelle wird ein Minister für Natur und Tierschutz treten, wobei das Landwirtschaftsressort auf dieses und vier weitere Ministerien aufgeteilt werden soll.


